Bethlehem

Besuche in und aus Bethlehem
Als der evangelische Pfarrer Dr. Mitri Raheb von der Weihnachtskirche in  Bethlehem im November 2009 in der Philippuskirche beim Konzert des Gospelchors „Good News“ in der Philippuskirche war, lud er diesen spontan in die Geburtsstadt Jesu ein.

Zu Ostern 2010 reiste der Gospelchor ins Heilige Land. Der Chor sang am Ostersonntag in der evangelischen Weihnachtskirche, feierte mit der Gemeinde im Begegnungszentrum Ostern und gab mit dem Chor der Gemeinde gemeinsam ein Konzert.

Dieser Besuch in Bethlehem und weitere sechs Gemeindereisen ins Heilige Land mit dem Schwerpunkt Bethlehem (November 2006, März 2008, Oktober 2009, Pfingsten 2012, November 2012 und Februar 2023) förderten die Beziehung zu Bethlehem und insbesondere zu der Bildungseinrichtung "Dar al-Kalima", "Haus des Wortes" nach Johannes 1.

 

Was ging diesen Reisen voraus?
Schon Pfarrer Friedrich Eras kannte durch eine Reise mit Pfarrer Fuchs im Jahr 1998 Bethlehem und die Idee zu „Dar al-Kalima“ und bat in Markt Schwaben um Spenden für das Projekt, zum Beispiel an Heilig Abend. Pfarrer Fuchs war in Verbindung mit Dr. Mitri Raheb, Pfarrer der Evang.-Luth. Weihnachtskirche und Gründer von „Dar al-Kalima“. 2000 begann in Israel/Palästina die zweite Intifada, während die Stadt Bethlehem von israelischem Militär besetzt war und die Schule „Dar al-Kalima“ durch israelische Soldaten verwüstet wurde. So führte er die bereits bestehende Unterstützung der evangelischen Einrichtung fort und intensivierte sie. Seit vielen Jahren wird in der Kollekte an Heilig Abend für „Dar al-Kalima“ erbeten. Manche spenden dafür auch bei anderen Anlässen.

Israel und Palästina – beide Seiten im Blick
Ziel war und ist es, nicht nur Israel und die Juden im Land zu sehen, sondern auch auf die andere Hälfte der Bevölkerung zu blicken. Hier wiederum auf die Minderheit der Christen und unter ihnen die Minderheit der Evangelischen im Heiligen Land, die sich oft von den Christen in der Welt und von den Evangelischen in Deutschland vergessen fühlen.

So ergaben sich Besuche von Mitri Raheb 2005, 2009, 2015 und 2019 und seiner Schwester Viola im Jahr 2002 während der zweiten Intifada. 2005 trug sich Mitri Raheb in das Goldene Buch von Markt Schwaben ein, 2009 organisierte der Markt Schwabener Bürgermeister Bernhard Winter eine Sonntagsbegegnung mit Rita Süßmuth zum Thema Frieden. Zweimal traf sich der deutsche Förderverein für „Dar al-Kalima“ in Markt Schwaben, 2009 und 2019. Karl-Heinz Fuchs war es ein sehr großes Anliegen die Menschen auf beiden Seiten zu sehen, die für ein friedliches und gerechtes Miteinander und für Gewaltlosigkeit eintreten. So fanden auf jeder Reise Begegnungen mit Israelis wie Palästinensern statt.

Dar al-Kalima, Schule

Dar al-Kalima fördern
Jahr für Jahr beschloss der Kirchenvorstand, dass die Hälfte der Kollekte für „Dar al-Kalima“ sein soll, das inzwischen neben der Schule, auch ein College unterhält, welches später zur Universität geworden ist. In dieser werden im Dualstudium Fächer gelehrt, die an anderen Hochschulen in Palästina nicht unterrichtet werden, zum Beispiel: Kochen, Film, Musik, Leiten von Museen und Betrieben. Dazu kommen Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren. Einige aus unserer Gemeinde geben regelmäßig eine Spende.

Dar al-Kalima, zuerst College, inzwischen Universität mit dualen Studienfächern

Für Leben in Würde und in Frieden
Ziel von Schule wie Universität ist es, dass Schüler/innen und Studenten/innen ihre Gaben entdecken und fördern und sich selbstbewusst für ein friedliches, gewaltloses Leben einsetzen.

Studentinnen mit Mitgliedern der Reisegruppe von 2023: Gemeinsames Uno.

 

Dankbriefe von Pfarrer Dr. Mitri Raheb aus Bethlehem

November 2023

 

Juni 2024

 

Kinder in Gaza bauen aus Trümmern Häuser und bemalen sie. Für über 800 Kinder bieten Mitarbeitende von Dar al-Kalima kunsttherapeutische Aktivitäten zur Traumabewältigung an.

 

Film zum Weltgebetstag auf youtube hier

Film zum Weltgebetstag 2024: "Palästina durch die Augen ihrer Töchter"- ein Kurzfilm der Dar al-Kalima Universität Bethlehem. Dieser 5-minütige berührende Film entstammt der Fakultät Visual and Performing Arts, gedreht von Frauen für Frauen. Im Mittelpunkt stehen vier ganz normale Frauen, aus einem ganz normalen Leben. Sie sind unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher geografischer Zuordnung, unterschiedlich in ihrer Betätigung und Religionszugehörigkeit.

 

Link zum deutschen Förderverein Dar al-Kalima hier ...

Flyer zum Förderverein

 

Daoud Nassar kämpft seit 1993 um seinen Weinberg
Daoud Nassar, evangelischer Christ aus Bethlehem, kämpft mit seiner Familie seit 1993 gewaltlos gegen den Landraub durch jüdische Siedler: „Wir weigern uns, Feinde zu sein“, ist sein Motto.

Auf seinem Weinberg betreibt er eine Begegnungsstätte mit dem Namen „Zelt der Völker“. Die Reisegruppen haben ihn besucht. Er war viermal zu Vorträgen in der Philippuskirche: 2007, 2012, 2016 und 2018.

Jüdische Siedler blockieren den Weg zu Dahers Weinberg mit Steinblöcken.

 

Siedler sind dabei, eine Straße durch den Weinberg zu bauen. Die evangeliche Familie Nassar bleibt bei ihrem Motto: Wir weigern uns, Feinde zu sein.

Weiter kämpfen sie gewaltlos gegen den Landraub durch die Siedler.

Link zu "Tent of Nations", Zelt der Völker, Dahers Weinberg hier ...