Informationen im Trauerfall
Gerade bei einem Trauerfall will Ihr Pfarrer / Ihre Pfarrerin Ihnen helfen. Da steht man unter ungeheurem Druck, soll unheimlich viel entscheiden. Vielleicht können die folgenden Erwägungen Ihnen helfen, sinnvoll zu entscheiden.
1. Ein Mensch ist sterbenskrank. Ihr Pfarrer/Ihre Pfarrerin kann begleiten.
Manches Mal stirbt ein Mensch ganz plötzlich. Da gibt es keine Zeit der Vorbereitung. Aber manches Mal kündigt sich ein Abschied über Wochen, über Monate an. Häufig ist es so: der Kranke und die Angehörigen wissen, dass der Abschied naht. Aber es fällt schwer, darüber zu sprechen. Dabei täte es so gut, wenn noch einmal die Wertschätzung zur Sprache käme, wenn alte Missverständnisse, ja auch alter Zorn ausgeräumt würde.
Sie können versuchen, sich selbst einen Ruck zu geben. Sie könnten aber auch Ihren Pfarrer/Ihre Pfarrerin ins Haus bitten. Oft spricht sich' s leichter, wenn ein dritter da ist; gar noch einer, dem aufgetragen ist, zu schweigen und: Vergebung zuzusprechen.
Und wenn es so weit ist: Ihr Pfarrer/Ihre Pfarrerin ist bereit, (wenn möglich) den Sterbenden und die Angehörigen in der Sterbestunde zu begleiten.
Andererseits: Wir Pfarrer werden nicht zu oft, wir werden viel zu wenig in ein Sterbehaus gerufen. Darum: Haben Sie Mut anzurufen, in Markt Schwaben 08121-40040. Pfarrer Neeb erreichen sie ach Mobil unter 0151-44945883.
Was kann Ihr Pfarrer/Ihre Pfarrerin tun? Einmal wird er/sie dem Sterbenden durch ein Gebet und durch den Segen helfen, den Übergang getrost zu gehen, und er wird versuchen, auch den/m Angehörigen sensibel beizustehen, versuchen, diese schwierigen Stunden zu bestehen.
Und: Wenn noch Zeit ist, kann auch gerne das Abendmahl gefeiert werden.
Informationen zur Bestattung auf der Segensstelle unserer Landeskirche
2. Ein Mensch ist gestorben. Woran sollten Sie denken?
a) Zu verständigen sind
- Hausarzt
- Bestatter
- Pfarrer
Es ist sinnvoll und gut, dass Sie bei einem sich ankündigenden oder bei einem plötzlichen Tod eines Angehörigen zuerst Ihren Hausarzt (oder einen Arzt des Bereitschaftsdienstes, evt. auch Notarzt) rufen.
Auch Ihr Pfarrer/ Ihre Pfarrerin kommt gerne ins Haus (entweder zur Sterbebegleitung oder zur Aussegnung).
Danach ist wichtig der Bestatter. Er holt den Verstorbenen ab und vereinbart mit Ihnen einen Termin für ein Gespräch über die Bestattung. Dabei wird z.B. festgelegt, wo und wann und auf welche Weise die Bestattung (Feuer- oder Erdbestattung) stattfindet, wo Anzeigen erscheinen sollen, ob und wie viele Karten zu drucken und zu verschicken sind u. v. m.
Wenn Sie bis zu diesem ausführlichen Klärungsgespräch mit dem Bestatter Ihren Pfarrer noch nicht verständigt haben, wird es der Bestatter während dieses Gespräches tun und eine Terminbestätigung der Beerdigung haben wollen.
Es wäre aus unserer Sicht in Ihrem Interesse besser, Sie würden vor diesem Gespräch Ihren Pfarrer/ Ihre Pfarrerin anrufen. Da könnte es bereits eine Vorklärung geben über das Datum der Bestattung und über den Ort.
Denken Sie daran: Sie stehen bei einem Todesfall unter großer Anspannung. Da hat man nicht sofort alle Möglichkeiten vor Augen, muss aber rasch entscheiden.
Wenn Sie den Pfarrer/ die Pfarrerin vor dem Gespräch mit dem Bestattungsunternehmer anrufen, kann auch vorab geklärt werden, wo die Trauerfeier stattfinden soll: Die Regel ist, dass wir in Markt Schwaben in unsere evangelischen Kirchen gehen, in den anderen Orten beginnen wir in den katholischen Kirchen. Anschließend nehmen wir in der Aussegnungshalle und am Grab Abschied.
All diese Fragen besprechen Sie am besten vor dem Gespräch mit dem Bestatter mit Ihrem Pfarrer. Wenn Sie mit dem Bestatter einmal etwas festgelegt haben, sind Änderungen meist schwierig. Nach den vorab mit Ihrem Pfarrer geklärten Fragen legen Sie dann mit dem Bestatter Termin und Ort der Trauerfeier, Art der Bestattung usw. fest.
Zwei bis drei Tage nach dem Tod treffen Sie sich dann mit Ihrem Pfarrer zum Beerdigungsgespräch. Dazu kommen wir zu Ihnen oder je nach Vereinbarung Sie zu uns ins Pfarramt.
b) Überlegungen zur Feuerbestattung
Trauerfeier im münchener Krematorium oder in unserer Philippuskirche bzw. auf unserem Friedhof?
Da hat sich z.B. der Verstorbene für eine Feuerbestattung entschieden. Es mag sein, dass das Beerdigungsinstitut eine Trauerfeier im Krematorium Ostfriedhof empfiehlt. Natürlich ist es eine Möglichkeit, dort die Trauerfeier abzuhalten.
Aber: Werden die Nachbarn, werden die Freunde dort auch Abschied nehmen können? Haben Sie bedacht, dass es durchaus möglich und üblich ist, eine Trauerfeier vor Ort zu gestalten, ohne Sarg in einer unserer Kirchen und mit Sarg in der Aussegnungshalle?
Wenn Sie das vorher mit Ihrem Pfarrer besprochen haben, dann kennen Sie die Möglichkeiten, und können dann bewusst entscheiden.
Und natürlich begleiten wir Sie auch zum Krematorium Ostfriedhof.
3. Das Beerdigungsgespräch.
Zuerst gilt: Sie als Angehörige(r) sollen sich aussprechen, auch ausweinen dürfen. Ihre Gefühle sind zuerst wichtig; darum werden Sie als Angehörige(r) den Verlauf des Gespräches bestimmen.
Dann aber dient das Beerdigungsgespräch auch der Vorbereitung der Trauerfeier. Im Allgemeinen wird dabei auch der Lebenslauf des Verstorbenen eine Rolle spielen. Denn weil Gott unser Leben ernst und wichtig nimmt und weil das Leben eines jeden Menschen wichtig ist, darum soll in der Trauerfeier auch das Leben des Verstorbenen bedacht werden. Ihr/e Pfarrer/in wird darum nach wichtigen Lebenseinschnitten fragen, nach Höhepunkten, nach schmerzlichen Ereignissen im Leben. Vielleicht gibt es auch Schlüsselereignisse/ Schlüsselgeschichten, die ein besonderes Licht auf das Leben werfen. Schön, wenn der Pfarrer sie erfährt. Und bitte glauben Sie Ihrem/r Pfarrer/in auch, dass er/sieda,ot vertraut ist, dass es im Leben eines Menschen auch Schatten gibt. Er/sie wird sehr behutsam mit Informationen umgehen, die den Verstorbenen in weniger freundlichem Licht zeigen.
Bitte verschweigen Sie auch die kritischen Punkte nicht - und vermeiden Sie damit, dass der Pfarrer tollpatschig in ihm nicht bekannte Fettnäpfe tritt. Besser Sie nennen ihm die Fettnäpfe. Und wo es mehr Dunkelheit gibt: Bitte verschweigen Sie sie nicht. Warum?
In der Traueransprache/Beerdigungspredigt soll das Leben des Verstorbenen ins Licht der Liebe Gottes gestellt werden. Konkret geschieht das so, dass der Pfarrer ein Bibelwort wählt. Hier kann z.B. der Konfirmationsspruch - oder der Trauspruch - den persönlichen Bezug verstärken. Wenn Sie solche Unterlagen für Ihren Verstorbenen haben, teilen Sie das bitte Ihrem Pfarrer mit.
Natürlich wird auch der Ablauf des Trauergottesdienstes mit Ihnen besprochen werden. Dazu gehört die musikalische Umrahmung. Wollen Sie eine/n Solisten/in, eine Musikgruppe? Soll Musik mittels eines CD-Players/eines Kassettenrecorders gespielt werden? Soll gesungen werden? Natürlich hängen diese Fragen auch davon ab, wie viele Personen bei der Beerdigung sind. Sind 10 da, ist der Gesang vielleicht etwas kläglich. Erwarten Sie 30 Personen, dann kann es schon ganz gut klingen - und Sie könnten den Gesang auch als tröstlich empfinden.
Und dann können Sie auch die Fragen der Beerdigung, die Sie sonst bewegen, mit Ihrem Pfarrer besprechen.
4. Wenn ich in meiner Trauer in ein tiefes Loch falle.
Trauer ist oft eine schwere Aufgabe. Man hat deshalb das Wort "Trauerarbeit" geprägt, um anzudeuten: Da geschieht nicht nur passiv an mir etwas, da bin ich auch gefordert, das kostet Energien. Da ist es immer gut, wenn man Menschen hat, die einen verstehen, mit denen man sich austauschen kann. Gut, wenn man verlässliche Freunde hat.
Oft hilft es aber auch, wenn man sich in einer Gruppe von Menschen austauscht, die ebenfalls einen nahen Angehörigen verloren haben. Es gibt daher verschiedene Trauergruppen. Oft sind sie in den Ortsnachrichtenblättern verzeichnet. Sonst fragen Sie Ihren Pfarrer /Ihre Pfarrerin; er/sie wird Ihnen Gruppen nennen können.
7. Und wenn jemand sich selbst getötet hat? Kirche und Suizid.
Man hat das vielleicht in einem Film gesehen oder gehört: Menschen, die "sich das Leben genommen haben" wurde früher eine kirchliche Bestattung verweigert.
Ohne Zweifel: Das Leben ist wertvoll. Es ist unsere tiefe Überzeugung, dass das Leben zu schützen ist, dass es einen Sinn hat, dass es nicht abgebrochen werden soll.
Aber wir wissen auch, dass viele Menschen dann, wenn sie zu diesem angeblich letzten Mittel ihrer Freiheit greifen in Wahrheit zutiefst unfrei, zutiefst verzweifelt und eingeengt sind. Wir möchten auch alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr Leben auszulöschen, um ein Gespräch bitten, um Aufschub, um die Chance, den Wert des Lebens wieder aufleuchten zu lassen.
Wo aber traurige Fakten geschaffen sind, da dürfen Sie als Hinterbliebene in uns Pfarrern auf verständnisvolle und einfühlsame Menschen hoffen. Wir haben eine Ahnung, was Hinterbliebenen mit dem Suizid eines Angehörigen aufgeladen ist und werden alles tun, um die Last wo immer möglich zu erleichtern. Ganz außer Zweifel steht, dass eine kirchliche Bestattung stattfinden kann und aus unserer Sicht stattfinden soll.
8. Anonyme Bestattung
Immer weider höre ich das Argument: "Ich will niemandem zur Last fallen". Bitte sprechen Sie vor der Entscheidung für eine anonyme Bestattung mit Ihren Angehörigen. Denn die Erfahrung zeigt: Trauernde brauchen Orte, zu denen sie gehen können. Einen Namen, der an den Verstorbenen erinnert. Dramatisch die Erzählung einer jungen Frau: "Keine Trauerfeier, keine Bestattung, nichts wollte mein Vater. Ich weiß nicht einmal, ob er auf dem anonymen Gräberfeld auf dem Waldfriedhof oder Südfriedhof beerdigt ist. Er ist einfach weg, als ob er nie da gewesen wäre." Ich fragte nach, ob sie großen Streit gehabt hätten. "Nein, aber er meinte, mit dem Tod ist doch eh alles aus. Er sah das immer nur technisch. Wo kein Leben mehr ist, bleibt vom Menschen nur noch Abfall. Was soll der ganze Zirkus mit Beerdigung und so, meinte er immer." Nun, der "Zirkus" des Abschieds, die Trauerfeier, das Grab, der Grabstein oder die Grabplatte - die helfen, den Abschied zu bewältigen. Sie helfen ihn zu bewältigen, indem in der Trauerfeier deutlich wird: Dieser Mensch, um den wir trauern, der war und ist uns wichtig.
Das Grab und der Name auf Grabstein oder Grabplatte zeigt: Dieser Mensch war bei uns, hat uns etwas gegeben, hat in seinem Leben gekämpft, etwas geschaffen, Liebe empfangen und gegeben. Seiner wird gedacht. Und da ist ein Ort, wo seiner gedacht werden kann. Die Tochter hat die anonyme Bestattung als schwere Strafe erlebt; sie bedurfte psychotherapeutischer Behandlung - und dann war gar nichts mehr gespart. Der Vater hatte - und ich habe Gründe, ihr das abzunehmen - aus Gedankenlosigkeit und aus seinem "technischen" Denken heraus seiner Tochter großes Leid zugefügt. Sie konnte nicht damit fertig werden, dass er sich als "Abfall" bezeichnete. Sie fühlte sich zunehmend selbst als Abfall.
Im anonymen Gräberfeld steht nicht weniger als die Würde des Menschen auf dem Spiel. Und sie hat es an sich, dass man ihrer häufig erst dann ansichtig wird, wo sie verletzt wird.
Von unserer evangelischen Kirche:
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