Evangelisch-Lutherische
Kirchengemeinde
Markt Schwaben
Header - Glaskreuz, Markt Schwaben / Glasfenster, Poing

Tansania-Reise 2008: Palangavanu

Miteinander Hoffnung pflanzenUnsere Partnerschaftsbeauftragte Christa Müller berichtet von der Reise nach Tansania im September 2008:

50 Jahre Kirche Palangavanu -

25 Jahre Partnerschaft

 

palangavanu 2008,31 Sämtliche Fotos der Tansanai-Reise: Herbert Dullnig.

Miteinander Hoffnung pflanzen - 25 Jahre lang ist dies unser Motto mit und für die Partnerschaft. Gemeinsam mit Pfarrer Mpolo und dem Partnerschaftskomitee konnten wir vor der Kirche sechs Bäumchen pflanzen.

Zwei Tage vor dem großen Fest hatten viele Frauen alle Hände voll zu tun um das Essen für 500 Gäste vorzubereiten. Gemüse wurde geputzt, Reis gekocht, Hühner und sogar eine Kuh wurden geschlachtet. Trotz Müdigkeit waren alle fröhlich und sangen zwischendurch bei ihrer  Arbeit. Auch Pfarrer Mpolo legte Hand an, räumte auf und strich das Kreuz vor der Kirche neu an. Ein großes Zelt mit Bambusstangen und Plastiktüchern wurde zum´Gottesdienstraum.

Wir sechs  waren ein gutes Team. Bärbel Dullnig hatte ein kleines Akkordeon in Deutschland geschenkt bekommen. Sie spielte Kirchenlieder und natürlich auch  Volkstänze, so z.B. auch den „Boarischen“ , der begeistert mitgeklatscht  und auch mitgetanzt wurde. Kathi Katerloher, die Sportlichste unter uns schwang das Springseil . Die Kinder waren glücklich. Jeder konnte sich auf seine Art einbringen.

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Bei der Feier konnten wir Grüße und Geschenke aus Markt Schwaben und Poing übermitteln. Eine besondere Arbeit von Herrn Hache, der erste Besucher aus Markt Schwaben in Palangavanu, war ein selbst angefertigtes Buch mit Bildern aus der Anfangszeit der Partnerschaft. Der evangelische Kindergarten Anzing hat für den Kindergarten in Palangavanu ein Bild gemalt. Vielleicht „das neue Jerusalem“ meinte Pfarrerin Bickhardt in ihrem Grußbrief. Ein kleines blaues Miniatur-Kreuz aus Markt Schwaben und Grüße von Herrn Fuchs wurden überbracht. Anita Eras konnte von ihrem Mann, Pfarrer Eras,,  dem Gründer der Partnerschaft . einen herzlichen Brief vorlesen.

Von dem Partnerschaftskonto unserer Gemeinde konnte ich 1 000 €  und  500 € von Bürgermeister Winter, Markt Schwaben,  für den noch nicht fertigen Kindergarten überreichen. Ebenso einige private Geldgeschenke und vom Poinger

Bürgermeister Hingerl  einen Gruß. So waren es zum Schluss doch über
2000 €. Ein Keyboard aus Angelbrechting, das mit viel Liebe mit Batterien (in Palangavanu gibt es keinen Strom) liebevoll bestückt wurde, verschönerte den Gesang im Gottesdienst.

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Besondere Gäste waren der Bischof aus Njombe,  der Altdekan aus Makambako Mgowano – er war der erste Pfarrer in Palangavanu - , die beiden Dekane aus Makambako und Ilembula und  fast alle Pfarrer, welche in der Gemeinde Palangavanu in den letzten Jahren gearbeitet haben.


palangavanu 2008,4Immer wieder wurde uns gedankt für die Dinge, die wir durch die Container schicken. Besonders wurde herausgestrichen ein Rollstuhl für einen stark behindertes Jugendlichen und ein Fahrrad für einen kleinwüchsigen jungen Mann. Schulbildung ist fast die wichtigste Aufgabe unserer Partnerschaft. Ohne Überweisungen nach Palangavanu könnten  Kinder keine  weiterführenden  Schulen besuchen. Ebenfalls  wurde herzlich gedankt für die Mitsorge  für die vielen Waisenkinder  und die Hilfe zur Aufklärung und Beratung für HIV-Kranke.

Da unsere Gruppe aus katholischen und evangelischen Besuchern bestand, war das für die dortige Gemeinde, die in dieser Gegend mehr aus evang. Christen besteht, sehr positiv. Wir meinten, dass wir als Christen, egal zu welcher Konfession wir gehören, unbedingt zusammenhalten müssen und wollen. Das hat beide Konfessionen gestärkt. Mit einem Reisesegen, den wir auf der langen und. vielfältigen  Reise sehr nötig hatten, wurden wir schweren Herzens verabschiedet.

Aber wir stehen immer noch gedanklich in engem Kontakt.  Zum Glück gibt es seit ein paar Jahren auch im Bergland von Tansania Handys. SMS zu schreiben ist nicht teuer. Schnell kann ich etwas fragen und bekomme sofort die Antwort. Zum Beispiel: Der Container mit den Schulmöbeln ist am 3. November direkt in Palangavanu angekommen und abgeladen worden. Ein herzliches Dankeschön ist per sms schon eingetroffen.

Palangavanu2008,5Schwester Daines Mhiki – die schwer zuckerkrank ist – konnte sich im Krankenhaus Medizin holen. Ein blinder Bub, der jetzt im November konfirmiert wird, bekommt im Januar einen Platz in der „Blindenschule“. Allerdings ist diese sehr teuer. Aber wir wollen ihm diese Schule ermöglichen. Steffen Changala, der auch blind ist und sein Schicksal bewundernswert meistert, kann ihm seelisch dabei helfen.
Miteinander Hoffnung pflanzen -  Die Liebe füreinander  ist viel wert und bereichert die Menschen in  der Partnergemeinde und uns Besucher-Freunde. Christa Müller, Partnerschaftsbeauftragte

 

Den folgenden Bericht schrieb Pfarrer Friedrich Eras für die Ebersberger SZ:

25 Jahre Hoffnung pflanzen in Tansania

Menschen, die vorwärts wollen - so erlebte eine Delegation aus Markt Schwaben und Poing die Region Palangavanu im südlichen Hochland von Tansania. Unter der Leitung von Christa Müller waren sieben Abgesandte als Gäste zur Feier des 50-jährigen Bestehens der ostafrikanischen Partnergemeinde im vergangenen Jahr nach Palangavanu gereist. Dort enthüllte Bischof Lukelo feierlich einen gewaltigen Denkstein, der an die 25-jährige Partnerschaft erinnert, die einst Architekt Hansjürgen Hache für die evangelische Gemeinde Markt Schwaben begründet hatte. Auf Einladung von Pfarrer Karlheinz Fuchs berichtete jetzt die Reiseteilnehmerin Anita Eras in der Philippuskirche, wie sich die Situation in diesen Jahren gewandelt hat.

Palangavanu2008,2,Anita ErasAnita Eras trägt die Grüße aus Markt Schwaben und Poing vor.

Unübersehbar sei, wie die moderne Technik Einzug hält. Handys seien jetzt weit verbreitet und durchaus nützlich. Die Region ist an ein neues Stromnetz angeschlossen, allerdings müssen Hausanschlüsse privat finanziert werden und sind deshalb noch selten. Nur die Wasserversorgung ist immer noch mangelhaft. Überall auch auf dem flachen Land sind in den letzten Jahren Oberschulen entstanden. Auch Informatik steht dort auf dem Lehrplan. Für die Kleinbauern sei es nach wie vor schwer, an Bargeld zu kommen. Trotzdem setzen sie alles daran, um ihren Kindern eine bessere Schulbildung zu ermöglichen. „Mit feuchten Augen“ erlebten die Gäste die neue großartige Mädchen-Oberschule in Emmaberg, die neben dem dort schon bestehenden Berufsbildungszentrum errichtet wurde. Inzwischen sind hier auch die gespendeten Schulmöbel angekommen.

Großen Eindruck machten die überall entstandenen Kindergärten. In Palangavanu konnte die Delegation eine namhafte Spende von Bürgermeister Bernhard Winter für einen Kindergartenneubau übergeben. „Die allgemeine Verbesserung des Bildungsangebots ist ein Hoffnungszeichen erster Güte“, meinte Anita Eras. Partnerschaftssekretär John Philippus Gondo sprach von „einem großen Wunder“, dass Markt Schwaben jährlich mehr als sechzig Familien mit Schulgeldbeihilfen unterstützt. Nur der Grundschulbesuch ist kostenfrei.

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Am stärksten habe die Gäste das deutlich gewachsene Selbstbewusstsein der Frauen überrascht. Sie betreiben Schneidereien und kleine Läden. Sie flechten Körbe und nähen Taschen für den Verkauf in Deutschland. „Und, was vor allem auffällt, sie stellen sich jetzt offen der Aidsproblematik, die in vielen Familien große Not verursacht“, hebt Anita Eras hervor. Die Zeit des schamhaften Verschweigens sei vorbei. Die Kirche engagiert sich mit Aufklärungskampagnen. Zwei junge Frauen hat sie zu HIV-Beraterinnen ausbilden lassen und ein eigenes Hilfsprogramm für die mehr als hundert Aidswaisen in der Gemeinde gestartet.

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Viel Raum nahm die Diskussion des Gebrauchtkleiderversands ein, den die Kirchengemeinde per Container betreibt. Obwohl Textilien und Schuhe auf den Märkten angeboten werden, seien die Menschen sehr an wertvoller Second-Hand-Kleidung interessiert, weil nur sie erschwinglich sei. Ausdrücklich wies der neue Gemeindepfarrer Mpolo darauf hin, dass die Kinder jetzt Schuhe tragen und dass die Menschen sich gegen die empfindliche Nachtkälte schützen können. „Die Deutschen wundern sich bestimmt, dass es mitten in Afrika bei uns im Hochland nachts empfindlich kalt wird“, lacht er. Als die Gäste Zeugen einer ambulanten Mütterberatung in der Krankenstation von Palangavanu werden, fallen ihnen die tropfenden Kindernasen auf.

Ein Partnerschaftsbesuch sei für Gäste und Gastgeber, eine enorme Herausforderung, räumt Anita Eras ein. Aber die Tansanier scheuen keine Mühe, weil sie dankbar seien für die Wertschätzung, die sie darin sehen, Freunde und Partner in Übersee zu haben. „So konnten sich beide Seiten als Beschenkte erleben“, fasste die Berichterstatterin zusammen und erinnerte an das Motto der Partnerschaft: „Miteinander Hoffnung pflanzen“.

Palangavanu2008,4Auch die Bläser wirkten im Festgottesdienst mit.

Inzwischen sind auch die Schulmöbel eingetroffen, die Ende Juli  mit einem Sondercontainer nach Palangavanu verschickt wurden.

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Mehr zur Partnerschaft mit der Gemeinde Palangavanu ...

Bilder von der Reise im Herbst 2007 ...

Bericht von der Reise der Jugendgruppe des Dekanates Freising in die Tumaini-Schule auf der Tumaini-Seite ...

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Christa Müller, Tansania

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Ausschuss für unsere Partnerschaft mit Palangavanu:

  • Christa Müller
  • Peter Müller
  • Irene Göhler
  • Walter Peschke
  • Peter Maeke
  • Hildegard Woschina
  • Herbert Dullnig
  • Pfarrer Karl-Heinz Fuchs

Unser Prospekt zur Partnerschaft:

Weitere Informationen im Prospekt als pdf-Datei.